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Tu was die Vernunft nicht erlaubt

Es gibt Tage an denen du aufwachst und nichts ist mehr so wie es war. Gestern noch wusstest du wer du warst und wohin dein Weg dich führen würde. Doch plötzlich tut sich da ein neuer Weg auf, ein Pfad der lange Zeit tief in deinem Inneren geruht hat und nun zutage tritt. Du beschreitest ihn, ohne zu wissen wo er endet. Aber über eines bist du dir ganz sicher. Am Ende des Weges wartet dein Schicksal.

Von genau so einem Tag möchte ich euch erzählen. Ein lang gehegter Wunsch ging damals in Erfüllung. Erkämpft mit Tränen und Schweiß. Viele Male bin ich hingefallen und wieder aufgestanden, bin vor Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit fast zugrunde gegangen. Jeder Tag war ein Kampf, der mich meinem Ziel jedoch Schritt für Schritt näher gebracht hat. Bis hin zu diesem Tag; dem Tag der mein Leben für immer verändern sollte.

Die ganze Zugfahrt über war ich nervös gewesen und selbst mein Buch konnte mich nicht ablenken. In Gedanken ging ich immer wieder alles durch, überlegte ob ich auch nichts vergessen hatte. Zwei Stunden konnten verdammt lang sein. Aber jede Wartezeit geht irgendwann vorbei und schließlich stand ich vor dem eindrucksvollen, großen Gebäude in dem sich heute meine Zukunft entscheiden sollte. Für mich hing verflucht viel davon ab. Ging mein Traum verloren in der harten, kalten Realität oder konnte ich das Feuer in mir zum Brennen bringen? Ein letztes Mal sah ich auf die die großen Lettern die stolz JOOP VAN DEN ENDEN ACADEMY verkündeten dann holte ich tief Luft und trat ein.

Drinnen ließ ich mir von einer freundlichen Dame den Weg weisen und machte mich, mit einem mulmigen Gefühl in der Magengegend, zum Schauplatz meines künftigen Triumphes oder einer schmählichen Niederlage auf. Und wieder einmal fragte ich mich, was ich hier eigentlich tat. Mich zum Deppen machen, antwortete ich mir selbst. Große Chancen rechnete ich mir keine aus. Ich war weder besonders begabt noch hübsch. Vermutlich würde ich unter all den Anderen überhaupt kein Aufsehen erregen. Die kleine graue Maus, schüchtern und introvertiert. Nicht gerade beste Voraussetzungen für ein Beruf auf der Bühne. Aber ich wusste, dass das nur ein Teil meiner Persönlichkeit war. Trotz aller Selbstzweifel und dem Gefühl hier vollkommen falsch zu sein, war da diese ganz bestimmte Seite in mir. Ein kleiner freier Vogel, der aus vollem Halse und aus Lust am Leben sang. Eine Elfe, die leichtfüßig durch’s Leben tänzelte. Ein Entertainer, der die Menschen zu unterhalten wusste und sie zum Lachen und Weinen bringen konnte. Fast war es so als würden zwei Persönlichkeiten in mir leben, die auf ihren Einsatz warten. Und ieser Tag sollte mein persönlicher „Independence Day“ werden. Warum? Weil ich endlich alle Fesseln von mir streifen wollte. Dem Wunsch, dem Drängen das zu tun wofür mein Herz schlug, nachgeben. Keine Zweifel, keine Scham, keine verstaubten Konventionen. Kein „Das schaffst du doch sowieso nicht!“ oder „Dafür bist du zu introvertiert.!“ Nein, heute würde ich allen Skeptikern beweisen was in mir steckte. Ihnen zeigen was dieses Feuer, das schon seit ich denken kann in mir brannte, zu bewirken vermochte.

Die erste Disziplin sollte Tanzen sein, gerade mein negatives Steckenpferd und das wovor ich am meisten Angst hatte. Danach kam Singen an die Reihe und zum Schluss Schauspiel. Diese Beiden Sachen lagen mir mehr, wobei ich auch vor der zweiten Kategorie gehörigen Respekt hatte. Schauspiel, das wusste ich, würde mir locker von der Hand gehen. Da konnte mir so schnell keiner was vormachen. Doch erst einmal tanzen hinter mich bringen. Während des Wartens machte ich mir Musik an und hörte natürlich auch mein Lieblingslied „Rote Stiefel und Stärker als wir sind“ aus Tanz der Vampire. Leise summte ich mit und mein Herz füllte sich mit Freude und Traurigkeit zugleich. „Tu was die Vernunft nicht erlaubt und frag nicht ob du es morgen bereu’n wirst!“

Ja, heute würde ich meinen Traum wahr werden lassen!

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